Franz-Leuninger-Schule gedenkt in einem Gottesdienst des 70. Todestages ihres Namensgebers

Kinder aus dem vierten Schuljahr stellten Pfarrer Leuninger Fragen zu seinem Onkel
WANN IST MAN EIN HELD?

Am 1. März jährte sich zum 70. Mal der Todestag von Franz Leuninger, der am 28. Dezember 1889 in Mengerskirchen im Westerwald geboren wurde. Obwohl sein Betätigungsfeld an unterschiedlichen Orten im damaligen Deutschen Reich lag, kehrte er immer wieder hier hin zurück. Er war mit Anna Paulina Meuser verheiratet. Beide hatten drei gemeinsame Söhne.

Leuninger erlernte zunächst das Maurerhandwerk und arbeitete später in christlichen Gewerkschaften mit. Er war ein entschiedener Gegner des Nationalsozialismus, nicht zuletzt durch Kriegserlebnisse, die ihm die Grausamkeit und die Menschenverachtung der Schergen um Adolf Hitler vor Augen führte. Franz Leuninger schloss sich als überzeugter Christ dem Widerstand an. Nach dem missglückten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 wurde er am 26. September verhaftet und mehrere Monate in einem Berliner Gefängnis inhaftiert. Der Volksgerichtshof verurteilte ihn am 26. Februar 1945 zum Tode. Das Urteil wurde am 1. März 1945 vollstreckt, rund zwei Monate vor dem Ende des zweiten Weltkrieges.

Der 9-jährige Herbert Leuninger, ein Neffe von Franz und heute Pfarrer im Ruhestand, lauschte in der Wohnung seiner Eltern heimlich den Erzählungen seines Onkels, wenn dieser zu Besuch in Köln war. In bewegenden Worten berichtete er den zahlreichen Besuchern des Gottesdienstes davon, was Franz Leuninger antrieb seine Angst zu überwinden und mutig den Weg zu gehen, den ihm sein Gewissen und sein Herz vorgaben, auch wenn ihn dieser Weg zum Tode führen könnte. Vor diesem Hintergrund kann man Franz Leuninger als einen Helden ansehen. Pfarrer Leuninger erzählte so anschaulich und spannend von dem Mann, der auch sein Leben prägte, dass die „abstrakte Person“ der Zeitgeschichte für die Gottesdienstbesucher als jemand greifbar wurde, der auch heute unter uns leben könnte.

Die Franz-Leuninger-Schüler, insbesondere die vierten Klassen, hatten sich gut auf den Gottesdienst ihres Namenspatrones vorbereitet. Im Deutschunterricht lasen sie das Buch von Willi Fährmann „Der überaus starke Willibald“, in dem es um eine Mäusefamilie geht, in der sich eine besonders starke Maus mit Hilfe von Gesinnungsgenossen zum Mäuseboss und zum Tyrannen aufschwingt. Teile des Mäuserudels übernehmen die Parolen ohne Nachdenken, andere haben Angst aufzubegehren. Nur Lillimaus, die wegen ihres weißen Fells und ihrer roten Augen in die Bücherei verbannt wird, wehrt sich.

In einer Entscheidungsrunde konnten die Schüler durch Zuordnung ihres brennenden Teelichts ausdrücken, was sie am meisten an der Person des Franz Leuninger beeindruckt. Neben den Begriffen „Angst überwinden“, „Unrecht erkennen“ und „Nein sagen“ bewunderten viele Schüler den Mut, den ihr Namenspatron gezeigt hatte.

Die Franz-Leuninger-Schüler konnten sich entscheiden, was sie am meisten an ihrem Namensgeber beeindruckt

Weiterführende Downloads und Links