1. Leistung

Fundamentum-, Additum- und Expertenaufgaben werden durchgängig genutzt, um einen binnendifferenzierten Unterricht zu gewährleisten. Die Doppelbesetzungen ermöglichen es, sowohl Schülerinnen und Schüler zu fördern als auch besondere Begabungen zu fordern und tragen wesentlich zu einer erfolgreichen inklusiven Beschulung bei.

(Bericht zur Inspektion der Franz-Leuninger-Schule 2017 des Instituts für Qualitätsentwicklung)



„Ein höchst förderliches Lernklima, die überaus deutliche Anstrengungsbereitschaft der Schülerschaft sowie der besonders überzeugende Einsatz von Regeln und Ritualen sind vorbildliche Unterrichtsmerkmale.“

(Bericht zur Inspektion der Franz-Leuninger-Schule 2010 des Instituts für Qualitätsentwicklung)


Leistungsverständnis der Schule

STÄRKEN stärken – SCHWÄCHEN schwächen, so lautet das Motto der Schule


Jedes Kind kann etwas und jedes Kind hat das Recht auf die bestmögliche Bildung.
Die besonderen STÄRKEN, die jeder Mensch hat, beeinflussen das positive Selbstbild, das Selbstwertgefühl und prägen den Menschen für sein späteres Leben.

Auch den SCHWÄCHEN gilt ein besonderes Augenmerk, wohl wissend, dass ein Arbeiten an den Schwächen sehr mühsam sein kann. Deshalb sind alle an der Schule ehrlich miteinander- jeder kennt die Schwächen des Gegenübers- das hilft eigene Schwächen zu akzeptieren und daran zu arbeiten.


Auszug aus unserem Schulsong, Montagmorgens auf der Schulversammlung gesungen wird:

Jeder Mensch hat seine Stärken
und jeder kann was gut.
Und jeder hat auch seine Schwächen,
da machen wir ihm Mut.

 


Das Lernangebot unserer Schule soll möglichst die Vielfalt der Kinder unserer Schule abbilden. Diese sollen die Möglichkeit erhalten überall dort, wo sie etwas besonders gut können - im Bereich ihrer Stärken - Leistung zu zeigen. Reichhaltige, vielfältige und anspruchsvolle Aufgaben und Angebote, die am Entwicklungsstand ausgerichtet sind, bringen Kinder unserer Schule in ihrer positiven Entwicklung weiter und bieten bestmögliche Lern- und Entwicklungschancen.

Kinder lernen am besten und sind am kreativsten, wenn sie sich wohl fühlen und mit Freude lernen. Mit Freude lernen heißt nicht, dass Lernen stets Spaß machen muss, es kann auch mühsam und anstrengend sein. Doch aus erzielter Leistung und den daraus gewonnenen Einsichten können Selbstvertrauen und tiefe Befriedigung sowie Lust und Motivation auf neue Herausforderungen erwachsen. Dort, wo Kinder Schwächen haben, greift ein individuelles Förderkonzept , um ihre Leistungen zu verbessern.


Leistungsförderung an der Schule


Unsere Schüler zeigen Leistung:

  • Im Morgenkreis und der Schulversammlung, wenn sie diese leiten und die Inhalte präsentieren bzw. moderieren
  • Im täglichen Unterricht, da sie entsprechend ihrer Fähigkeiten eine Auswahl aus dem differenzierten Lernangebot auswählen und eigenverantwortlich bearbeiten
  • In den Lernwerkstätten, wenn sie sich intensiv- als Gruppe oder allein- mit einem Lerninhalt auseinander setzen, ihr Arbeiten reflektieren und ihre Ergebnisse präsentieren
  • In der AG-Zeit, wenn sie sich- entsprechend ihrer Stärken aus dem Angebot von rund 28 AGs eine auswählen und hier Teil einer Stärkengemeinschaft sind
  • In Aufführungen und öffentlichen Auftritten wie bei Konzerten, Theater- und Musicalaufführungen usw.
  • Bei Wettbewerben (Sport-, Musik-, Lesen-, Mathematik usw.) , in dem sie diese als Ansporn erleben ihr eigenens Leistungsvermögen mit anderen zu messen und eigene Leistungen zu steigern
  • Im Umgang mit neuen Medien als Hilfsmittel z.B. für Recherche, Präsentationen
  • Da sie an allen weiterführenden Schulen der Region gerne aufgenommen werden und den Übergang im Bereich der erwarteten Leistungen gut bewältigen
 

Unsere Schüler verbessern ihre Leistung:

  • Indem sie im Morgenkreis Inhalte täglich wiederholen
  • Im täglichen Unterricht, da sie mit Hilfe des differenzierten Lernangebotes Aufgaben ihres Leistungsniveaus bearbeiten und sich täglich verbessern können
  • In der Trainingszeit, wenn sie an einem besonderen Förderschwerpunkt arbeiten z.B. 1x1 üben
  • In besonderen Förderangeboten wie Mathetraining, Graphomotorik, Schwimmförderunterricht, Sprachförderunterricht, Deutschkurs usw.
  • Mit Hilfe von Lernprogrammen wie GUT, Budenberg usw.
  • In Zusammenarbeit mit Therapeuten vor Ort an der Schule wie Ergotherapie, Logopädie, Psychotherapie
 

Das Team verbessert die Leistungen:

  • Indem ein verbindliches Schulcurriculum kompetenzorientiert auf der Grundlage der Bildungs-standards erstellt und fortgeschrieben wird
  • Indem ein Qualitätskonzept erstellt wurde und fortgeschrieben wird
  • Durch die Teilnahme an Vergleichsarbeiten und der Analyse der Ergebnisse
  • Durch die Vorbereitung des Unterrichtes in Jahrgangsteams
  • Durch ein gemeinsames Fortbildungskonzept
  • Durch kollegiale Hospitation
  • Durch Teilnahme an Pilotprojekten mit anschließender Evaluation
  • Indem Ressourcen im Sinne der Leistungsorientierung eingesetzt werden
 

Leistungsdokumentation an der Schule

  • Durch systematische Ermittlung des Lernstandes ggf. Diagnostik
  • Durch tägliches Reflektieren des eigenen Lern- und Arbeitsverhaltens durch die Schüler
  • Durch die Dokumentation von Maßnahmen zur Leistungsverbesserung in Förderplänen
  • Durch verbindliche Absprachen zur Leistungsbeurteilung
  • Unter Berücksichtigung der erworbenen Kompetenzen
 
Leistungsrückmeldung durch die Schule
  • In halbjährlich geführten  6-Augen-Gespräche mit Kind, Eltern und Lehrer zur Leistungsentwicklung 
  • ggf. durch Runde Tische unter Einbeziehung  anderer Professionen

 

2. Umgang mit Vielfalt

Schulisches Selbstverständnis

 

Mit der Verbindlichkeit der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und dem Inkrafttreten der Verordnung über Unterricht, Erziehung und sonderpädagogische Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen (VOSB) werden an die Gesellschaft und ihre Institutionen Forderungen gestellt, sich dem inklusiven Gedanken zu stellen und sich in diese Richtung zu entwickeln. Der Gedanke der Integration bestimmter Menschen in eine Gruppe wird überdacht und abgelöst durch inklusives Denken. Dieses beinhaltet die Überzeugung, dass jeder Mensch ein besonderer Mensch ist, der unabhängig von gesellschaftlichen Anforderungen und Leistungen als vollwertiges und gleichberechtigtes Mitglied wahrgenommen wird.

„Inklusiv denken bedeutet, bis an die Wurzeln unseres Denkens, unserer Gestaltung von Bildung und unserer Weltkonstruktion nach Elementen zu graben, die es uns ermöglichen, zu einer Überwindung der defizitären Sichtweise von Menschen zu finden.“


(Walther Dreher (1998))

Unsere Schule ist ein Raum inklusiven Lebens und Lernens.
Alle Kinder der Kommune besuchen selbstverständlich unsere Schule.

Strukturen, die auf Separation ausgelegt sind (Vorklasse oder Intensivklassen) wurden aufgelöst. Die Heterogenität unserer Schülerinnen und Schülern wird anerkannt, ebenso dass Unterschiede Chancen für gemeinsames Lernen eröffnen. Diese Vielfalt ist wertzuschätzen bezüglich Jungen und Mädchen, des unterschiedlichen Entwicklungsstandes der Kinder, der Förderbedarfe und unter Berücksichtigung des sozioökonomischen oder kulturellen Hintergrunds der Kinder. Wir wissen, dass die Unterschiedlichkeit nahezu alle Merkmale der kindlichen Entwicklung betrifft: die sozialen und kulturellen Erfahrungen, die intellektuellen und sprachlichen Voraussetzungen, die Lern- und Leistungsmotivation und die emotionale Entwicklung.

 

Wir versuchen, Inklusion in Erziehung und Bildung zu leben und arbeiten daran, den inklusiven Gedanken auch in die Kommune zu tragen.“

(Orientierung am Index für Inklusion, Ines Boban/Andreas Hinz, 2003)



Lernen und Lehren


In Anlehnung an den Index für Inklusion entwickeln wir eine inklusive Schulpraxis


Inklusive Kulturen schaffen:

 

Gemeinschaft bilden:

  •   Willkommenskultur: Jedes Kind der Kommune wird mit Freude aufgenommen
  •   Partnerschaft mit Eltern, Wertschätzung jedes Familienbildes
  •   Partizipation aller Beteiligten
  •   Feierkultur (Feste und Feiern im Jahreskreis…)
  •   Feste Rituale (Morgenkreis, Schulversammlung, gemeinsame Frühstückspause…)
  •   Konzept „Interkulturelle Kompetenz“

 

Inklusive Werte verankern:

  •   „Traut mir was zu“
  •   Regeln des Zusammenlebens und Schulvereinbarungen für Lehrer, Eltern und Schüler
  •   Schulprogramm
  •   Gemeinschaftstag

 

Inklusive Strukturen etablieren

 

Schule für ALLE entwickeln:

  •   FRÄNZCHEN (Logbuch für alle Kinder)
  •   Individuelle Stundenplangestaltung (entsprechend der Stärken und Schwächen jedes Kindes)
  •   Jahresterminkalender

Unterstützung für Vielfalt organisieren

  •   Gemeinschaftstag
  •   Woche der Höflichkeit, der Hilfsbereitschaft, der Interkulturalität

 

Teamstrukturen etablieren:

  •   Multiprofessionelles Team vor Ort
  •   Netzwerk Bildungsforum 

 

Inklusive Praktiken entwickeln


Lernarrangements organisieren

  •   Rhythmisierter Schultag      
  •   Lernwerkstätten
  •   AG-Angebote
  •   Förderplanung
  •   Tiergestützte Pädagogik

 

Ressourcen mobilisieren

  •   Zertifiziert als eine der ersten Selbstständigen Schule in Hessen
  •   Heimische Wirtschaft ist Teil des Netzwerkes Bildungsforum Mengerskirchen
  •   Teilnahme an Wettbewerben
  •   Unnachgiebigkeit und langer Atem

 

Lernförderung und Diagnostik


Unabhängig von den jeweiligen Entwicklungsvoraussetzungen und Bedürfnissen hat jedes Kind den gleichen Anspruch darauf, in seiner Entwicklung und seinem Lernen angemessen unterstützt und gefördert zu werden: Es soll darin gestärkt werden, sich zu einer eigenverantwortlichen Person zu entwickeln.“(Hessischer Bildungs- und Erziehungsplan)


Diagnostik, Lernprozessbegleitung, systematische Förderplanung und multiprofessionelle Kooperationen stehen im Mittelpunkt unserer eigenen Unterrichtsentwicklung im Sinne inklusiven Lernens. Alle am Schulleben und Lernen der Kinder beteiligten Fachkräfte ziehen an einem Strang und bringen jedes Kind in seiner Entwicklung voran.

Nach Feststellung der Lernausgangslage erfolgt die Unterrichtsplanung und Durchführung im Team von Grundschullehrer, Förderschullehrer und Sozialpädagogen und Teilhabeassistenten. Die Einbindung aller am Erziehungsprozess Beteiligten an der Unterrichtsplanung ist dabei zentrales Prinzip. Die Schulleitung sorgt für kontinuierliche Doppelbesetzungen in der Zeit des Unterrichtes. Die Differenzierung der Unterrichtsinhalte erfolgt in der Regel nach drei Niveaustufen in Fundamentum-, Additum- und Expertenaufgaben. Förderbedarfe und Nachteilsausgleiche werden entsprechend berücksichtigt. Diese finden in allen Jahrgangsstufen Anwendung und berücksichtigen die Heterogenität der Kinder. Schüler, welche besonderer Förderung bedürfen, erhalten einen Förderplan. Dieser Förderplan wird gemeinsam mit Schülern und Eltern besprochen. Förderziele und Nachteilsausgleich werden in einer Klassenkonferenz besprochen. Die Evaluation der gesetzten Ziele findet halbjährlich statt. Das Verfahren der kollegialen Fallberatung kommt ebenfalls zum Einsatz.

Zusätzlich wird durch die Einbindung der Schule in das kommunale Netzwerk Bildungsforum erreicht, dass alle Kinder mit ihren unterschiedlichen Startbedingungen so gestärkt werden, dass Lernen möglich ist.



3. Unterrichtsqualität

„Die zu bewertenden Unterrichtskriterien sind überwiegend mit 3,5 und 4 im höchsten Bewertungsbereich angesiedelt und zeigen, dass sich die damals schon hohe Unterrichtsqualität (Basisevaluation) gehalten bzw. weiterentwickelt hat. Es zeigt sich hier aber auch, wie durch Schulprogramm, das Qualitätskonzept und insbesondere durch die Bereitschaft der Schule (Kollegium) Neue Wege zu gehen, Kritik als Chance für Veränderungen anzunehmen ein in sich abgestimmtes und sehr gut funktionierendes Ganzes wird (Unterricht, Betreuung, Inklusion, Fördern und Fordern, Ko-Konstruktion, Bildungsforum, Netzwerke.“

(Bericht zur Inspektion der Franz-Leuninger-Schule 2017 des Instituts für Qualitätsentwicklung)



„Im Qualitätsbereich Lehren und Lernen erzielt die Schule in allen Kriterien positive bzw. sehr positive Wertungen. Die hohe Unterrichtsqualität baut auf einer sehr guten Strukturierung, klaren Regelungen und dem höchst unterstützenden Lernklima auf. 

Lernarrangements zum selbstständigen und kooperativen Lernen werden sehr häufig genutzt. Die Vermittlung überfachlicher Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen sowie das Lernen in realen Anwendungskontexten sind umfassend etabliert.

(Bericht zur Inspektion der Franz-Leuninger-Schule 2013 des Instituts für Qualitätsentwicklung)

Unterrichtsverständnis

Prinzip der Ko-Konstruktion


In unserer Schule wird das Lernen und Arbeiten als sozialer Prozess verstanden, der durch soziale Interaktion geprägt ist. Schüler und Lehrer verstehen sich als lernende Gemeinschaft und sind gemeinsam aktiv. Der Unterricht wird ko-konstruktiv gestaltet. Auf der Grundlage der individuellen Voraussetzungen jeden Kindes sollen selbstständiges, eigenverantwortliches und kooperatives Lernen gefördert werden. Die Unterrichtszeit soll lernwirksam genutzt und herausfordernd und aktivierend gestaltet sein. Ziele, Inhalte und der geplante Ablauf des Unterrichts werden offen gelegt. Im Unterricht sollen Lernarrangements – passend zu den Zielen, Inhalten und    Lernvoraussetzungen Anwendung finden. Wir Lehrer geben individuelle Leistungsrückmeldungen und schaffen differenzierte Zugänge zum Erwerb von Kenntnissen und Kompetenzen.



Unterrichtsgestaltung

Unser Schultag wurde, basierend auf den gruppenspezifischen und individuellen Gegebenheiten unserer Schüler, bewusst umgestaltet und rhythmisiert. Der Unterrichtsverlauf enthält kurze täglich wiederkehrende Rituale, situations- und themenabhängige Abläufe sowie projektbezogene Arrangements. Zeitstrukturen und Abläufe sind für die Kinder verständlich, verlässlich und dennoch situations- und themenbezogen flexibel.

Transparente Zeitstrukturen, Abläufe und Übergänge in Unterrichtssequenzen geben den Kindern Sicherheit und die Selbsttätigkeit und Selbstorganisation des einzelnen Kindes und der Gruppe werden gefördert. Die Lehrpersonen nutzen Phasen der individuellen Beschäftigung zur gezielten Förderung und Auseinandersetzung mit einzelnen Kindern. Sie achten mit darauf, dass sich die Kinder intensiv und genügend lang auf Aktivitäten einlassen können und die Möglichkeit zur Gestaltung individueller Lernprozesse gegeben ist. 

Der gesamte Tagesablauf wurde im Sinne heterogener Lerngruppen neu rhythmisiert: Mit dem Morgenkreis starten alle unsere Kinder gemeinsam in den Schultag. Dieser wird eigenverantwortlich von den Schülern abwechselnd geleitet und stärkt so deren kindliche Autonomie und die Entwicklung von Basiskompetenzen. Die Inhalte und der Ablauf werden zwischen Klassenlehrer und Klasse verabredet. So kann dieser beispielsweise wie folgt aussehen: Die Kinder entscheiden, ob sie einen Assistenten benötigen und wählen dann einen Klassenkameraden aus. Das Begrüßungsritual und das Durchzählen der Kinder erfolgt in den unterschiedlichen Muttersprachen der Kinder der Klasse. Kommt ein Kind z.B. ein Flüchtlingskind neu dazu, so empfindet dies die Klasse als Bereicherung, denn nun können sie wieder eine neue Sprache erlernen. Das Einordnen des Tages in Woche, Monat, Jahr und Jahreszeit und das Besprechen wichtiger Informationen der Kinder sowie Wort bzw. Satz des Tages (mit Besprechung von Rechtschreibung, Grammatik etc.) und Zahl des Tages sowie das Blitzlesen als kontinuierliche Wiederholung von bereits Erlerntem sind feste Elemente des Morgenkreises. Jeder Morgenkreis enthält ein musikalisches Element, häufig werden auch Übungen aus dem Englischunterricht eingebaut. Die Inhalte werden für jedes Kind differenziert. Der Morgenkreis ist klar strukturiert, je nach Klassenstufe werden jedoch einzelne Inhalte angepasst und bieten die Möglichkeit der permanenten Wiederholung von bereits Erlerntem, Förderung individuumsbezogener Kompetenzen und Stärkung der Klassengemeinschaft.

Im Anschluss findet die Einführungsphase mit dem Klassenlehrer statt, der immer die Hauptfächer Mathematik, Deutsch und Sachunterricht unterrichtet. In der Einführungsphase wird ein neuer Inhalt in einem der Hauptfächer eingeführt oder es findet eine Partnerarbeit o.ä. statt. Durch den gleichen Rhythmus an jedem Tag kann der Klassenlehrer so die Einführungen in den verschiedenen Fächern auf die einzelnen Tage verteilen. Die Doppelbesetzung ermöglicht eine Differenzierung, so dass differenzierte Inhalte mit Anschauungsmaterial o.ä. vertieft werden können. Auch hier wird die Phase der Gruppe angepasst und individuell durch Bewegungsphasen etc. ergänzt. Im Mittelpunkt steht der ko-konstruktive Prozess. Schüler und Lehrer erarbeiten gemeinsam die Lerninhalte. Häufig präsentieren Kinder ihr Wissen auch in Expertenvorträgen. Nach der Frühstückpause, in der alle Kinder gemeinsam ein gesundes Frühstück einnehmen, folgt eine Spiel- und Bewegungspause auf den beiden großen Schulhöfen. Nach der Pause beginnt der zweite Unterrichtsblock mit der individuellen Lern- und Arbeitszeit (LEA). Hier werden Unterrichtsinhalte geübt oder es wird in den Lernwerkstätten im Jahrgangsflur gearbeitet. Die Kinder werden dabei durch ein ihnen bekanntes Differenzierungssystem (Fundamentum-, Additum-, Experte- gekennzeichnet durch ein, zwei oder drei Kronen) geleitet, welches ihnen hilft, sich treffend einzuschätzen und sich realistische Ziele für den Tag vorzunehmen. Auch die Selbstreflektion über das erlernte Wissen und das eigene Arbeitsverhalten ist wichtiger Bestandteil am Ende jeder LEA-Phase. Die Lern- und Arbeitszeit ermöglicht jedem Kind sein individuelles Lerntempo und angemessene Lernwege.

Nur so gelingt es uns, den individuellen Unterschieden und der Vielfalt gerecht zu werden. Der Erwerb von Basiskompetenzen und lernmethodischen Kompetenzen wird durch dieses Arbeiten gefördert. Nach einer weiteren Spiel- und Bewegungspause ist der Fachlehrerunterricht angesiedelt. Da wir der Meinung sind, dass nur ein Lehrer, der von diesem Fach (Musik, Kunst, Sport usw.) begeistert ist, diese Begeisterung auch weiter geben kann. Im Anschluss daran folgt der Nachmittagsblock. In der Trainingszeit werden Unterrichtsinhalte wiederholt und gefestigt (auch hier greift das Differenzierungsmodell) außerdem trainieren die Kinder an einem eigenen Trainingsschwerpunkt z.B. 1x1 oder lesen. Die Arbeitsgemeinschaften werden von den Kindern und ihren Eltern und Lehrern entsprechend der individuellen Stärken des Kindes gewählt. Auch die Therapiestunden sind in den Tagesrhythmus der Kinder fest verankert, so dass jedes Kind einen individuellen Stundenplan hat.



4. Verantwortung

„Die Schule eröffnet den Schülerinnen und Schülern in vollem Umfang Gestaltungsspielräume und fördert vorbildlich Verantwortungsübernahme.“

(Bericht zur Inspektion der Franz-Leuninger-Schule 2010 des Instituts für Qualitätsentwicklung)

 

„Die Steuerung der Arbeitsprozesse durch die Schulleitung verläuft äußerst zielgerichtet und effektiv im Sinne der Partizipation, Delegation und Transparenz.“

(Bericht zur Inspektion der Franz-Leuninger-Schule 2013 des Instituts für Qualitätsentwicklung)

 


Demokratie lernen


Kinder haben ein Recht, an allen sie betreffenden Entscheidungen entsprechend ihrem Entwicklungsstand beteiligt zu werden. Beteiligung heißt, Kinder […] mit einzubeziehen und ihnen ernsthaft Einflussnahme zuzugestehen.“

(Hessischer Bildungs- und Erziehungsplan)


Ganz im Sinne des Namensgebers unserer Schule, Franz Leuninger, sollen unsere Kinder aktiv lernen, was demokratisches Handeln bedeutet. Dies betrifft vornehmlich Entscheidungen, die das Leben der Kinder in der Schule angehen, aber auch für ihr außerschulisches Leben von Bedeutung sind. Durch die dem Entwicklungsstand der Schüler angemessene Beteiligung sollen die Kinder lernen, in ihrem Leben Verantwortung für sich und andere zu übernehmen und sich für die eigene Person, aber auch für die Gemeinschaft zuständig zu fühlen.

Kinder müssen zurechtkommen in einer sich verändernden Welt, müssen Unsicherheiten bewältigen und ihr Leben selbst entwerfen und organisieren lernen. Voraussetzung hierfür ist Selbständigkeit im Denken und Handeln. Die dazu nötigen Fähigkeiten eignen sich Kinder zuallererst über Erfahrung an. Leider können Kinder häufig keine eigenen Erfahrungen mehr machen. Überall gibt es Bedenken, Ängste, Vorschriften. Hier sind wir als Schule mutig, geben den Kindern selbst viele Handlungsspielräume, auch da wo wir es früher als Lehrer oder Schulleitung selbst geregelt hätten. Beim Lösen von Problemen und Missständen, beim Umsetzen von Ideen und Projekten dürfen auch einmal Fehler gemacht werden oder die Kinder erleben, dass sie sich Hilfe holen können. Aber genau das sind diese wertvollen Erfahrungen, die dem Einzelnen zeigen, dass er etwas bewegen kann, dass er Verantwortung tragen kann.


Partizipation und Verantwortungsübernahme

Unsere Schüler übernehmen Verantwortung. Sie erleben Selbstwirksamkeit und machen von dieser Gebrauch.

In der Schulversammlung:

  • Diese findet wöchentlich am Montagmorgen mit allen Schülern und Lehrern statt, auf der aktuelle Themen besprochen und diskutiert werden. Die Schulversammlung wird im Wechsel von je einer Klasse der Schule nach einem ritualisierten Ablauf durchgeführt und durch die individuellen Themen der Klasse bereichert. So führte zuletzt eine Klasse als Römer durchs Programm, eine andere sprach in allen Sprachen der Klasse, wieder eine andere Klasse moderierte die gesamte Schulversammlung in Englisch und Deutsch. Zuletzt wurden gemeinsam Vorschläge zur Innenraumgestaltung unserer Schule und das AG-Angebot für das laufende Schuljahr von den Schülern erarbeitet. Lehrer und Schüler stellen sich gegenseitig ihre Anregungen auf der Schulversammlung vor. 
 

Im Schülerparlament:

  • Bestehend aus den Klassensprechern aller Klassen trifft es sich vor den Gesamtkonferenzen der Lehrer und berät zu aktuellen Entwicklungen. Letztes großes Thema war die Aufnahme und der Umgang mit Kindern mit Fluchterfahrung. Demokratische Methoden wie Abstimmungen, Zukunftswerkstätten, Bepunktung, Stärken-Schwächen-Analyse usw. werden hier den Schüler vermittelt und durchgeführt. Für die Erwachsenen an der Schule gilt es, die Ergebnisse des Schülerparlaments ernst zu nehmen und auf Vorschläge und Wünsche der Kinder einzugehen.

Als Schulsprecherin oder Schulsprecher:

  • In einer Elefantenrunde zu Beginn des Schuljahres stellen sich die Kandidaten den Fragen der Journalisten (Schüler der vierten Klassen). Sie erstellen Wahlplakate und versuchen mit ihren Ideen und ihrem Konzept zu überzeugen. Danach werden sie von allen Schülern der Schule demokratisch gewählt.
 

In Kooperationsprojekten:

  •   Bauernhoftage im Erfahrungsfeld Bauernhof
  •   Museumspädagogisches Konzept mit dem Turmmuseum Mengerskirchen
  •   Fair-trade-city
  •   Waldtage mit dem Waldlehrheim
  •   im Rahmen der AGS mit Rotem Kreuz, Pfarrbücherei, Feuerwehr, Reitverein, Altenheim
  •   bei der Mitgestaltung kommunaler Veranstaltungen wie Weihnachtsmarkt usw.
 

Als Paten:

  •   Für die Spielausleihe: Die Kinder der vierten Klassen arrangieren gemeinsam mit Kindern der übrigen Klassen das Bereitstellen von Spielgeräten in den Pausen. Auch die Spiele für die Pausen verwalten die Kinder eigenständig.
  •   Für Schulanfänger: Jährlich übernehmen die dritten Klassen die Patenschaften für die künftigen Schulanfänger.
  •   Für neue Kinder an der Schule: Kommt ein Kind neu an die Schule so wird es in der Schulversammlung vorgestellt. Eine neue Idee der Kinder ist es, besonders Flüchtlingskindern einen Paten zur Verfügung zu stellen, der bestenfalls ihre Sprache spricht.

 

Im Unterricht:

  •   In Unterrichtseinheiten: z.B. Wer war Franz-Leuninger? (Nationalsozialismus am Beispiel des Kinderbuches: „Der überaus starke Willibald“)
  •   In den unterschiedlichen Phasen des Schullalltages (z.B. Leitung des Morgenkreises, Selbst-einschätzung und Reflexion des eigenen Arbeitens in der LEA-Phase)

 

5. Schulklima, Schulleben und außerschulische Partner

„Die Schule zeichnet sich durch einen sehr positiven zwischenmenschlichen Umgang zwischen allen Beteiligten und ein äußerst lernförderliches Unterrichtsklima aus.“

(Bericht zur Inspektion der Franz-Leuninger-Schule 2010 des Instituts für Qualitätsentwicklung)


„Der zwischenmenschliche Umgang in der Schule ist auf allen Ebenen sehr freundlich, wertschätzend und unterstützend. An der Schule ist der Umgang miteinander in hohem Maße geprägt von Akzeptanz. Die Schule kooperiert in hervorragender Weise mit ihrem Umfeld.“(

Bericht zur Inspektion der Franz-Leuninger-Schule 2013 des Instituts für Qualitätsentwicklung)


(…) „auf dem Weg zu einem familien- und bildungsfreundlichen Netzwerk in der Gemeinde gibt es inzwischen eine Reihe von guten Ansätzen und Ideen in Hessen. Ein gelungenes und beispielhaftes Netzwerk findet sich in der Arbeit des Bildungsforums Mengerskirchen. Hier hat sich die gesamte Gemeinde auf den Weg gemacht und gestaltet auf der Grundlage des Bildungs- und Erziehungsplans für Kinder in Hessen ein konsistentes Modell der Verzahnung von richtungsweisender Bildungs- und Familienpolitik. Durch den Dialog und die Einbeziehung aller an dem Prozess der Bildung beteiligten Institutionen – und vor allem der Familien und Kinder selbst – werden nachhaltige Ergebnisse erzielt (…)

(Vorwort der Infobroschüre zum Bildungsforum Mengerskirchen des Hessischen Sozialministers Stefan Grüttner)

 

Alle, Kinder und Erwachsene, sollen sich an der Schule wohlfühlen.

 


Respekt und Kooperation


Deshalb wird auf einen zwischenmenschlichen Umgang in der Schule, der auf allen Ebenen freundlich, wertschätzend und unterstützend ist, geachtet.

 


Eltern als Partner:

Eltern werden als Erziehungspartner verstanden. Sie sind die vorrangigen Bezugspersonen und Spezialisten für ihr Kind, elterliches und staatliches Erziehungsrecht ergänzen einander. Deshalb werden Erziehungsvorstellungen ausgetauscht und zum Wohl der Kinder kooperiert. Hierbei werden die Kompetenzen und Ressourcen jeder Familie wertgeschätzt und deren Familienbild, das den unterschiedlichen Lebensentwürfen von Familien entspricht, anerkannt. Von Eltern wird erwartet, dass sie offen für eine Kooperation sind, Vertrauen in unsere Schule haben und bereit sind Schule aktiv mitzugestalten.

 


Der Raum, unser dritter Pädagoge:

 „Ein Kind hat drei Lehrer: Der erste Lehrer sind die anderen Kinder. Der zweite Lehrer ist der Lehrer. Der dritte Lehrer ist der Raum.“ 

Unsere Kinder verbringen viele Stunden am Tag in unserer Schule- Schule ist Lebens- und Lernraum. Kinder, Erwachsene und Besucher sollen sich bei uns willkommen und wohlfühlen und gute Bedingungen für alle Lernformen und fachlichen Angebote vorfinden.

Unsere Schule wurde auf der Grundlage von Visionen der Kinder, Eltern und Lehrer unserer Schule umgebaut. Ein freundliches Gebäude mit modernen Lernräumen mit Flächen für Arbeits-, Ruhe-, Spiel-, und Bewegungsbereichen ist entstanden.

Damit es auch so bleibt, fühlen sich alle Erwachsene und Kinder der Atmosphäre und der Ordnung verpflichtet.


Gestaltung von Übergängen


„Transitionen sind entwicklungspsychologisch komplexe Wandlungsprozesse, die der Einzelne in der Auseinandersetzung mit seiner sozialen Umwelt durchläuft. Die Veränderung der Lebensumwelten ist mit gravierenden Anforderungen verbunden und kann erhebliche Belastungsprozesse darstellen. Die Anpassung an die neue Situation muss in relativ kurzer Zeit in konzentrierten Lernprozessen geleistet und bewältigt werden.“ (Hessischer Bildungs- und Erziehungsplan)


Als Kindergartengruppe kommen unsere Schulkinder bereits als kleine „lernende Gemeinschaft“ in die Schule und bleiben so auch im Klassenverband vier Jahre zusammen. Sie kennen einander mit ihren Stärken und Schwächen und geben sich Halt. Zahlreiche Besuche und gemeinsame Projekte sowie ein mit den Kitas abgestimmter aufeinander aufbauender Tagesrhythmus tragen ebenso zur Bewältigung des Übergangs bei.  Ein erfolgreich bewältigter Übergang lässt weitere Übergänge mit großer Wahrscheinlichkeit gelingen – und umgekehrt. Demnach werden die Kinder und ihre Eltern auch bei dem Übergang in die weiterführende Schule nicht alleingelassen. Für die beiden Übergänge, unsere Schüler betreffend, werden jährlich verbindliche Kooperationskalender mit allen Beteiligten erstellt.


Prävention und Netzwerk


Die Franz-Leuninger-Schule ist Motor des Bildungsforums Mengerskirchen, welches mit dem Karl Kübel Preis 2010 ausgezeichnet wurde:


„Das Bildungsforum Mengerskirchen erhielt die Anerkennung für sein vorbildliches Engagement durch Bildungs- und Präventionsangebote, die sich an alle in der Kommune lebenden Familien richten. Sämtliche an Bildung- und Erziehung beteiligten Institutionen und Einrichtungen stehen in ständigem Kontakt untereinander und zu der Elternschaft. Gemeinsame Erfahrungen und Kompetenzen, personelle und finanzielle Ressourcen werden gebündelt. Dadurch entsteht ein Frühwarnsystem, welches Entwicklungsrisiken im familiären Zusammenleben und bei der kindlichen Entwicklung erkennen lässt um früh präventive Maßnahmen zu ergreifen. Das Bildungsforum Mengerskirchen ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie durch ein gemeinschaftliches Zusammenwirken der gesellschaftlichen Kräfte ein starkes und verlässliches Netzwerk für Familien entstehen kann. Eltern und Kinder werden mit ihren individuellen Bedürfnissen wahrgenommen und erhalten passgenaue Angebote. Die Familien werden jedoch nicht nur im versorgenden Sinn begleitet und unterstützt, sondern sie werden aktiviert, um ihre Situation auch im Vertrauen auf die eigenen Kräfte zu verbessern. Das Prinzip der "Hilfe zur Selbsthilfe", dafür hat sich der sozial engagierte Unternehmer und Stifter Karl Kübel Zeit seines Lebens bei allen familienbezogenen Förder- und Hilfsmaßnahmen eingesetzt", begründet Matthias Wilkes, Stiftungsratsvorsitzender der Karl Kübel Stiftung, die Preisvergabe. Wilkes würdigte die besonderen Leistungen des Standortes Mengerskirchen: "Den Nominierten, die allesamt bis zur Preisverleihung viele Hürden genommen und sich gegenüber der großen Zahl von Mitbewerbungen behauptet haben, gilt unser großer Respekt. Ihr familienorientiertes Engagement kann anderen als Vorbild dienen."



6. Schule als lernende Institution

„Das Besondere der Franz-Leuninger-Schule ist die bei allen am Schulleben Beteiligten die Bereitschaft, die Schule voranzubringen (….) Die Bewertungen des Qualitätsmanagement liegen meist an der Schwelle zur Exzellenzstufe (höchste Bewertung) (…)

(Bericht zur Inspektion der Franz-Leuninger-Schule 2017 des Instituts für Qualitätsentwicklung)


„Die Lehrkräfte zeigen eine ausgeprägte Fortbildungsbereitschaft, erzieherisches Engagement, eine intensive Beratungsarbeit sowie eine vorbildliche Verständigung hinsichtlich der Lern- und Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler.“

Die Schulleitung orientiert sich in ihrem Führungshandeln sehr erfolgreich am Prinzip der „Lernenden Schule“ und initiiert die konzeptionelle und pädagogische Weiterentwicklung.


(Bericht zur Inspektion der Franz-Leuninger-Schule 2010 des Instituts für Qualitätsentwicklung)


„Die Schulleitung sorgt mit sehr vielfältigen Aktivitäten für den Aufbau eines wirksamen Qualitäts-managements (z. B. Qualitätskonzept verzahnt mit Fortbildungsplanung, äußerst sorgfältig durchdachtes und praktisch umgesetztes Raumkonzept zur Implementierung des Prinzips der Jahrgangsteams, Einbezug externer Expertise, offene Kommunikation mit allen schulischen Gruppen und konsequentes Einholen und Umsetzen von Vorschlägen und Wünschen zur Qualitätsverbesserung, klare Beauftragungen von Arbeitsgruppen mit entsprechenden Zwischenbilanzierungen und Vorstellung von Ergebnissen).

Der Entwicklungsschwerpunkt „Teamstrukturen“ stellt sich insgesamt sehr weit fortgeschritten bzw. sehr positiv ausgeprägt dar. Er wird von allen Gruppen und Beteiligten in vollem Umfang als bekannt, akzeptiert.

(Bericht zur Inspektion der Franz-Leuninger-Schule 2013 des Instituts für Qualitätsentwicklung)

 


Die Anforderungen an unsere Schule unterliegen aufgrund gesellschaftlicher und familialer Veränderungen einem fortlaufenden Wandel mit den besonderen Herausforderungen im ländlichen Raum. Dies erfordert von uns die Fähigkeit zur Innovation sowie die Fähigkeit zur kontinuierlichen Überprüfung, Modifizierung und Präzisierung unseres Angebots- und Leistungsprofils.

 


Schulentwicklungsplanung   


Mit der Einstellung „Wir sind eine lernende Organisation“ ist es Aufgabe der Leitung und des Teams, prozessorientierte Veränderungsstrategien gezielt zu planen und zu gestalten.

Die schulischen Entwicklungsschwerpunkte unserer selbstständigen Grundschule können nur dann wirksam erreicht werden, wenn sie vom gesamten Team getragen werden. Diese Aufgabe fordert ausreichende Verständigungsprozesse und eine klare Arbeitsteilung.

Diese sind im Geschäftsverteilungsplan der Schule geregelt, der Bestandteil des Qualitätskonzeptes ist. Dieses ist ein Arbeitspapier, welches die aktuellen schulischen Entwicklungsschwerpunkte, Angaben zum Beschwerdemanagement, eine Übersicht über die vorhandenen Teamstrukturen und eine Auswahl von Instrumenten zur internen Evaluation darstellt.


Entwicklungsschwerpunkte der letzten Jahre waren beispielsweise:

  •   Aufbau verbindlicher Teamstrukturen
  •   Optimierung des Ganztagsschulangebots
  •   Individuelles Lernen und individuelle Leistungsbeurteilung
  •   Erwerb interkultureller Kompetenz

Anlassbezogen werden Klassenkonferenzen oder Gespräche am „Runden Tisch“ durchgeführt    (z. B. mit Jugendamt, BFZ-Lehrkraft, Förderschullehrkraft, Sozialpädagogin). Ein gemeinsames halbjährliches Arbeitstreffen mit den Kräften der Hausaufgabenbetreuung erfolgt im Rahmen der Gesamtkonferenz. Eine erweiterte Nutzung des „Fränzchens“ im Sinne der Einbindung des erweiterten pädagogischen Personals wird gewünscht. Ein Austausch innerhalb von „Kollegialen Fallberatungen“ wurde erprobt und wird bei Bedarf eingesetzt. Hospitationen an „ausgezeichneten“ anderen Schulen oder kollegiale Hospitationen der Kollegen untereinander, dienen ebenfalls der Reflexion des eigenen unterrichtlichen Handelns.


Fortbildungsplanung   


Organisationsziele in Grundschulen können nur dann wirksam erreicht werden, wenn sie vom gesamten Personalteam – Leitung und Kolleginnen und Kollegen – getragen werden. Die Einführung und Umsetzung gemeinsamer Ziele ist die Aufgabe des Gesamtteams. Die Aufgabe fordert ausreichende Verständigungsprozesse und eine klare Arbeitsteilung. Zur Arbeitsteilung gehören unterschiedliche Funktionen und Rollen, die geklärt werden müssen, wenn eine wirklich kollegiale Teamarbeit entstehen soll.“

(Hessischer Bidlungs- und Erziehungsplan)


Hinsichtlich eines gemeinsamen Entwicklungsschwerpunktes und den daraus abzuleitenden Fortbildungsmaßnahmen wird innerhalb des Kollegiums ein Konsens erzielt. Die Umsetzungsplanung erfolgt durch eine AG Fortbildung. Interne Fortbildungen finden auch unter Nutzung schulischer Expertise statt. Einmal im Schuljahr wird ein Pädagogischer Tag zu dem Entwicklungsschwerpunkt durchgeführt. Fortbildungen werden sowohl im Gesamtkollegium als auch in Teilkollegien oder als Einzelfortbildung wahrgenommen. Teilweise werden Fortbildungen an einer weiterführenden Schule innerhalb des Schulverbunds besucht. Kollegiale Hospitationen werden anlassbezogen vom Kollegium durchgeführt. Besonders wichtig sind Hospitationen an anderen Schulen. Diese werden als wichtiger Baustein zur Weiterentwicklung der eigenen Profession angesehen. Schulleitung und Team sorgen durch Teilnahme an Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für ihre beruflichen Kompetenzen und entwickeln diese weiter:


  •   Durch kollegiales Feedback den eigenen Unterricht reflektieren und verbessern.
  •   Die große Fortbildungsbereitschaft des Teams erhalten.
  •   Die Ressourcen im Kollegium besser nutzen, Know-how als Multiplikator an die Kollegen weitergeben.
  •   Einen pädagogischen Tag pro Schuljahr durchführen.
  •   Über Inhalte und Referenten in der Gesamtkonferenz einen Konsens finden.
  •   Im Rahmen des Bildungsforums Mengerskirchen gemeinsame Veranstaltungen für Pädagogen und Eltern besuchen.
  •   Durch die Teilnahme an Pilotprojekten wie Quop, Grundschulwortschatz usw,
  •   Als Lehrertandems an anderen Schulen hospitieren bzw. an Fortbildungen teilnehmen.

Personalentwicklung , Kommunikation und Strukturen


In den letzten Jahren entstand an der Franz-Leuninger-Schule ein multiprofessionelles Team. Diese Entwicklung erforderte klare Strukturen und Absprachen. Eine an den Stärken der Mitarbeiter orientierte Aufgabenverteilung ist dabei richtungsweisend für die Schulleitung. Besondere Aufgaben werden durch Deputate honoriert, im Bereich des Ganztages gesondert besoldet.

Die formulierten Teamstrukturen sind für alle Mitarbeiter in gleichem Maße verbindlich:


  •   Jahrgangsteam wöchentlich:
    Grundschullehrer, Förderschullehrer, Sozialpädagogen
  •   Förderteam halbjährlich:
    Logo- und Ergotherapeuten, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin, Förderschullehrer, Sozialpädagogen, Schulleitung
  •   Gesamtkonferenzen monatlich:
    alle Lehrerkollegen
  •   Fachkonferenzen jährlich:
    alle Lehrerkollegen, die dieses Fach unterrichten
  •   Team Betreuung halbjährlich:
    alle Kollegen, die in der HA-Betreuung und bei den Offenen Angeboten tätig sind
  •   Team Doppelbesetzung jährlich:
    alle Kollegen, die in der Doppelbesetzung der Klassen eingesetzt sind

 


Die Ausbildung der Referendare hat an der Franz-Leuninger-Schule einen hohen Stellenwert. So hat jeder Referendar zwei Mentoren. Referendare erteilen keine Hauptfächer eigenverantwortlich, sondern sind hier, sowie den größten Teil ihrer Unterrichtstätigkeit, doppelt gesteckt. Die Referendare sind Teil des jeweiligen Jahrgangsteams. Unterrichtsvorbereitungen werden in gemeinsamen Gesprächen mit den zuständigen Mentoren vorbereitet. Nach Unterrichtbesuchen erfolgen Reflexionen mit der Schulleitung. Praktikanten hospitieren regelmäßig an der Schule.


Als Selbstständige Ganztagsschule sind wir inzwischen ein kleines Unternehmen, das in Kooperation mit dem Förderverein der Schule neben den Lehrern, über 50 Mitarbeiter beschäftigt. Hier gilt es entsprechend der Profession jedes Einzelnen, das Team zusammenzuführen und an der Weiterentwicklung der Schule und der einzelnen Akteure zu arbeiten. Fortbildungen finden demnach selbstverständlich in unterschiedlichen Settings statt, z.B. Jahrgangsteams, Fachbereiche, Fortbildungen mit Eltern, Fortbildungen mit Erzieherinnen, Fortbildungen mit HA-Betreuung und Integrationshelfern, Fortbildungen mit dem Jugendbüro usw.

 


 „Eine Gesellschaft offenbart sich nirgendwo deutlicher als in der Art und Weise,

wie sie mit ihren Kindern umgeht.

Unser Erfolg muss am Glück unserer Kinder gemessen werden.

Unsere Kinder, die in unserer Gesellschaft zugleich die wunderbarsten Bürger

und unser größter Reichtum sind.“

(Nelson Mandela)