Bildungsforum begrüßt den „Inklusionsexperten“ Prof. Dr. Rolf Werning in Mengerskirchen zum Thema „Auf dem Weg zur inklusiven Schule“

Prof. Dr. Rolf Werning
Prof. Dr. Rolf Werning

Inklusion bedeutet, dass alle Menschen in die Gesellschaft eingebunden werden, unabhängig von ihren Fähigkeiten, Einstellungen oder Einschränkungen, wie beispielsweise körperlichen und geistigen Behinderungen.

Spätestens nach der UN-Konvention ist Inklusion ein Begriff, der viel diskutiert wird und mit viel Hoffnung aber auch mit Ängsten verbunden ist. Auch Mengerskirchen hat sich auf den Weg gemacht,  sich in den Kitas und Schulen, der Kirche und der Kommune weg von der Separation hin zur Inklusion zu entwickeln. Nach wie vor ist das Thema Inklusion jedoch noch mit vielen Fragen verbunden, sodass das Bildungsforum Mengerskirchen erfreut darüber war, im Rahmen seines Jahresthemas Inklusion am vergangenen Dienstag Prof. Dr. Rolf Werning von der Leibniz-Universität in Hannover im Mengerskirchener Schloss begrüßen zu dürfen. Rund 70 Interessierte fanden den Weg ins Schloss um seinem Vortrag und der anschließenden Diskussionsrunde beizuwohnen und mehr über die Chancen, Widersprüche und Perspektiven von Inklusion in Schule zu erfahren. Für den Pädagogen ist Inklusion ein dauerhafter Prozess, der eine grundlegende Veränderung der Schulkultur verlangt, in welcher niemand aufgrund seiner individuellen Voraussetzungen ausgeschlossen wird. Dabei warnt Rolf Werning davor, nur ganz bestimmte Schulen, beispielsweise Hauptschulen, inklusiv zu gestalten. Wirkliche Heterogenität muss gewährleistet sein, denn nicht nur leistungsschwache Schüler profitieren von den Chancen heterogener Lerngruppen, jeder ist bedeutsam für das Lernen innerhalb einer Klasse. So konnte Werning anhand verschiedener Studien belegen, dass Schüler mit Beeinträchtigungen nach inklusiver Beschulung mit größerer Wahrscheinlichkeit höhere Bildungseinrichtungen besuchen können, selbstständiger leben können und besser sozial in Gemeinden integriert sind. Aber auch leistungsstarke Kinder lernen wissenschaftlichen Untersuchungen zur Folge mehr durch den gemeinsamen Unterricht.  Neben den vielen Vorteilen und Gründen, die für die Umsetzung einer inklusiven Pädagogik sprechen, konnten die Anwesenden durch Herrn Prof. Dr. Rolf Werning zudem erfahren, dass Inklusion hauptsächlich von der Haltung abhängt - wollen Schulaufsicht, Schulleitung und Lehrer inklusive Strukturen verankern, ist die wichtigste Grundlage schon gegeben. Danach ist das Arbeiten im Team – Lehrer und Förderschullehrer - unerlässlich. Den Beratungs- und Förderzentren erteilte er eine Absage, da die Förderschullehrer fester Bestandteil eines Kollegiums der allgemeinen Schule sein müssten, damit sie wirklich beim Aufbau und der Umsetzung inklusiver Unterrichtsorganisation mitwirken könnten.

Kitas und Grundschulen hätten diesen Weg bereits seit einigen Jahren eingeschlagen. Nun wolle er auch den weiterführenden Schulen Mut machen im Sinne aller Kinder den Weg zur inklusiven  Schule einzuschlagen.